2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on: Ein wertvoller Oxaspiro-Baustein für die innovative Wirkstoffforschung
CAS-Nr. 1339892-66-8 | 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on ist ein Oxetan-Cyclobutanon-Spirobaustein mit starrer 3D-Konformation und Carbonyl-Derivatisierungsstelle, eingesetzt in Patenten zu TYK2, EBP, RIP1, HDAC6 und KAT6.
Mit der Wende der kleinenmolekularen Wirkstoffforschung von traditionellen planaren Aromaten hin zu gesättigten, konformationell besser definierten Gerüsten gewinnen Spirozyklen, Oxetane und kleine Ringe zunehmend an Bedeutung in der medizinischen Chemie. 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on (CAS-Nr. 1339892-66-8) ist eine sauerstoffhaltige Spiroverbindung, die gleichzeitig ein Oxetan- und ein Cyclobutanon-Strukturmotiv vereint. Zwei viergliedrige Ringe sind über ein gemeinsames Spiro-Atom verknüpft und verleihen dem Molekül ein kompaktes Volumen, eine starre dreidimensionale Konformation und eine carbonylische Funktionalität für weitere Derivatisierungen — der Schlüsselbaustein für den Aufbau 2-Oxaspiro[3.3]heptan-haltiger Pharmakophore.
Eine 2025 in der Royal Society of Chemistry-Zeitschrift Chemical Communications erschienene Übersicht führt 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on als Schlüsselrohstoff für den Aufbau dieses sauerstoffhaltigen Spirogerüsts und weist darauf hin, dass die 2-Oxaspiro[3.3]heptan-Struktur bereits in zahlreiche Wirkstoffkandidaten eingeführt wurde.
1. Produktübersicht
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Produktname | 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on |
| CAS-Nr. | 1339892-66-8 |
| EG-Nr. | 840-774-4 |
| Summenformel | C₆H₈O₂ |
| Molmasse | 112,13 g/mol |
| Aussehen | Farblose bis blassgelbe Flüssigkeit |
| SMILES | O=C1CC2(COC2)C1 |
| InChIKey | JWNCVDJOXJTJPB-UHFFFAOYSA-N |
| H-Brücken-Akzeptoren (HBA) | 2 |
| H-Brücken-Donoren (HBD) | 0 |
| Freidrehbare Bindungen | 0 |
| Topologische Polare Oberfläche (TPSA) | 26,3 Ų |
| XLogP3-AA | −0,6 (berechnet) |
Die Strukturkennzeichner, molekularen Deskriptoren und Basisinformationen stammen aus PubChem und den Produktdaten von Shenglan Chemical. Siedepunkt, Dichte und Verteilungskoeffizienten sind Vorhersage- oder Rechenwerte und ersetzen nicht die gemessenen Qualitätskennzahlen.
2. Warum oxaspirozyklische Strukturen in der Wirkstoffforschung Beachtung finden
2.1 Von planaren Molekülen zum dreidimensionalen Raum
Klassische Wirkstoffmoleküle verwenden häufig Benzolringe und andere planare Strukturen. Oxaspirozyklen bieten bereits in einem kleinen Molekülvolumen eine deutlich definierte dreidimensionale Orientierung und entfalten verschiedene Substituenten in relativ unabhängigen Raumrichtungen. Dies hilft Medizinchemikern, neue Bindungskonformationen zu erkunden, Substituentenrichtungen anzupassen und chemische Räume zu erschließen, die mit planaren Gerüsten schwer zugänglich sind.
2.2 Gleichzeitige Einführung von Rigidität und Polarität
Das Sauerstoffatom des Oxetans im 2-Oxaspiro[3.3]heptan-Gerüst kann als H-Brücken-Akzeptor fungieren und dem Molekül definierte Polarität verleihen. Das aus zwei viergliedrigen Ringen aufgebaute Spirogerüstbeschränkt die freie Rotation und hält das Molekül in einer relativ festgelegten Konformation.
Zu betonen ist, dass die Einführung eines Oxetans nicht zwingend die Drug-likeness jedes einzelnen Kandidaten verbessert — der tatsächliche Effekt hängt von der Gesamtstruktur und der Substitutionsposition ab. Zahlreiche medizinchemische Studien zeigen jedoch, dass die gezielte Einführung von Oxetanstrukturen zur Modulation von Wasserlöslichkeit, Lipophilie, metabolischer Stabilität, pKa und metabolischer Clearance genutzt werden kann.
2.3 Carbonyl als effizienter Struktur-Derivatisierungsansatz
Im Vergleich zu Spiro-Kohlenwasserstoffen ohne aktive funktionelle Gruppe trägt 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on an Position 6 eine Cyclobutanon-Carbonylgruppe. Dieses Carbonyl kann an mehreren klassischen Reaktionen teilnehmen und bietet einen direkten Einstieg für das Downstream-Moleküldesign:
- Reduktive Aminierung mit primären oder sekundären Aminen;
- Addition mit Organolithium- und Grignard-Reagenzien als Carbo-Nucleophilen;
- Reaktion mit Alkinylmetall-Reagenzien zur Darstellung alkinylierter Spiroalkohole;
- Reduktion zu 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-ol;
- Olefimierung und Kondensation zu weiter funktionalisierbaren Derivaten;
- Überführung in Amine, Nitrile, Olefine und andere 6-substituierte Spirobausteine.
Damit repräsentiert dieses Produkt nicht nur eine bestimmte Struktur, sondern auch den gemeinsamen Ausgangsbaustein einer ganzen Serie von 2-Oxaspiro[3.3]heptan-Derivaten.
3. Konkrete Anwendungen in innovativen Arzneimittelpatenten
Öffentliche Patente zeigen, dass 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on bereits bei der Synthese von Wirkstoffkandidaten für mehrere Targets eingesetzt wurde — ein Beweis für seine anwendungsübergreifende Wiederverwendbarkeit als plattformartiger pharmazeutischer Baustein.
TYK2-Inhibitoren
Ein internationales Patent zu TYK2-Inhibitoren verwendet 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on in einer reduktiven Aminierung mit einem stickstoffhaltigen bicyclischen Intermediat, um den 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-yl-Rest in das Zielmolekül einzuführen. In den Patentbeispielen wurde eine Ausbeute von 67,4 % erreicht. TYK2 gehört zur Janus-Kinase-Familie und ist ein wichtiges Target in der Autoimmun- und Entzündungsforschung — der Wert liegt hier nicht in einer eigenen TYK2-Hemmung des Rohstoffs, sondern in seiner Fähigkeit, schnell einen starren, sauerstoffhaltigen 3D-Substituenten in Kandidatenmoleküle einzubauen.
EBP-Inhibitoren
Patente zu EBP-(Emopamil-binding protein)-Inhibitoren setzen 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on mehrfach zur reduktiven Aminierung ein. Verschiedene Beispiele verknüpfen die Spiroeinheit mit unterschiedlichen N-Heteroaryl-Gerüsten und berichten Isolationsausbeuten von ca. 32–43 %. Dies belegt, dass sich der Baustein als Carbonyl-Modul direkt für parallele Synthesen und SAR-Studien eignet.
HDAC6-Inhibitoren
Bei 1,3,4-Oxadiazol-basierten HDAC6-Inhibitor-Patenten wird das Produkt über reduktive Aminierung mit Piperidin-Intermediaten verknüpft und erzeugt Verbindungen mit 2-Oxaspiro[3.3]heptanyl-Substitution. HDAC6 ist ein gängiges Target in der Onkologie, Entzündungs- und Neurowirkstoff-Forschung; dies zeigt die Kompatibilität der Spirogruppe mit komplexen N-haltigen Pharmakophoren.
RIP1-Inhibitoren
In RIP1-Inhibitor-Patenten reagiert Lithium-trimethylsilylacetylenid mit dem Carbonyl von 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on und liefert ein 6-Alkinyl-2-oxaspiro[3.3]heptan-6-ol-Intermediat. Diese Reaktion demonstriert den Wert bei der Konstruktion weiter wandelbarer Alkinyl- und Alkoholstrukturen.
KAT6-Inhibitoren
Ein KAT6-Inhibitor-Patent nutzt den Angriff eines Aryllithium-Reagenzes auf das Carbonyl von 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on; die entsprechende Stufe erzielt 72 % Ausbeute. Nachfolgende Methylierung, Bromierung und Kupplung bauen komplexere Wirkstoffkandidaten auf.
Die obigen Beispiele decken reduktive Aminierung, Alkinyl-Addition und Aryl-Addition ab und belegen die gute synthetische Vielseitigkeit des Produkts.
4. Mögliche Forschungsrichtungen
Gemäß öffentlichen Publikationen und Patenten ist die 2-Oxaspiro[3.3]heptan-Struktur bereits in folgenden Richtungen aufgetaucht oder wird dort untersucht:
- TYK2 und andere Kinase-Inhibitoren
- EBP-bezogene Inhibitoren
- RIP1-Inhibitoren
- HDAC6 und andere epigenetische Target-Inhibitoren
- KAT6-Inhibitoren
- TDO2-Inhibitoren
- SGLT-Inhibitoren
- Oxaspiro-Leitstrukturbibliotheken
- Screening von kleinen Molekülen mit hohem Fsp³ und 3D-Gerüst
- Bioisosterieforschung an neuen gesättigten Ringen und Carbonyl-Äquivalenten
Die RSC-Übersicht von 2025 nennt Anwendungen der 2-Oxaspiro[3.3]heptan-Struktur in TDO2- und SGLT-bezogenen Wirkstoffkandidaten und führt 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on ausdrücklich als wichtigsten Synthese-Rohstoff dieses Gerüsts an.
Diese Informationen spiegeln die F&E-Anwendungen von Struktur und Syntheseroute wider und stellen keine therapeutische Behauptung oder Verwendbarkeit des Produkts als Arzneimittel dar.
5. Vom Einzelprodukt zur Spirobaustein-Serie
Ein weiterer Wert des 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-ons liegt in seiner Fähigkeit, eine Reihe von Downstream-Derivaten zu bilden:
- 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-ol
- 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-amin und seine Salze
- 6-Aryl-2-oxaspiro[3.3]heptan-Derivate
- 6-Alkinyl-2-oxaspiro[3.3]heptan-Derivate
- 6-Alkyl- oder Heteroaryl-substituierte Derivate
- 6-Stickstoff-verknüpfte medizinchemische Intermediate
- mehrfach substituierte 2-Oxaspiro[3.3]heptan-Bausteine
Eine 2021 im Journal of the American Chemical Society veröffentlichte Arbeit nutzt 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on in einer Aldolkondensation, kombiniert mit einer durch sichtbares Licht induzierten Kreuz-[2+2]-Cycloaddition, und erhält so mehrfach substituierte 2-Oxaspiro[3.3]heptane. Die Autoren betrachten diese Strukturklasse als pharmazeutisch wertvolles Bioisosteres von Gem-Dimethyl- und Carbonyl-Gruppen. Für Unternehmen in der innovativen Wirkstoffforschung, Bausteinentwicklung und Auftragsynthese kann dieses Produkt der zentrale Ausgangspunkt für eine Oxaspiro-Produktmatrix sein.
6. Liefermarkt und Kundenbedürfnisse
Aus öffentlichen Reagenzkatalogen geht hervor, dass das Produkt nach wie vor überwiegend in Gramm- und Kleinpackungen für F&E angeboten wird — gängige Größen sind 1 g, 5 g und 10 g, teilweise mit Lieferzeiten von mehreren Wochen. Dies zeigt mehrere typische Merkmale:
- Nachfragetreiber — vor allem Wirkstoffentdeckung, Leitstrukturoptimierung, Patentverifikation und Auftragsynthese, nicht Massenchemikalienkonsum.
- Projektphasen — die Bestellmengen können vom Gramm-Maßstab (Screening) über Hektogramm bis zum Kilogramm-Maßstab (Prozessvalidierung) steigen.
- Gesamtbeurteilung — Kunden bewerten nicht nur den Preis, sondern auch Chargenkonsistenz, Verunreinigungskontrolle, Analysenmethoden, Verpackung, Lieferstabilität und technische Reaktionsfähigkeit.
Der Wettbewerbsschwerpunkt liegt also nicht im reinen Katalogeintrag, sondern darin, ob man stabil, rückverfolgbar und skalierbar liefern kann — abgestimmt auf den F&E-Fahrplan des Kunden.
7. Qualität und Sicherheit
Öffentliche SDS-Datenblätter Listen das Produkt als brennbare Flüssigkeit und weisen auf mögliche Hautreizung, schwere Augenschädigung und Reizung der Atemwege hin. Gängige Gefahrenhinweise sind H227, H315, H318 und H335. Die Empfehlungen zur Lagertemperatur unterscheiden sich je nach Lieferant; in der Praxis sollten immer das SDS und COA der jeweiligen Charge sowie lokale Vorschriften maßgeblich sein.
Bei F&E und Produktion ist zu beachten:
- Behälter dicht verschlossen halten, fern von Wärmequellen, Funken und offener Flamme;
- unter angemessener Belüftung oder Absaugung arbeiten;
- geeignete Schutzhandschuhe, Schutzbrille und Schutzkleidung verwenden;
- starke Säuren, starke Oxidationsmittel und raue Bedingungen vermeiden, die den Oxetanring öffnen könnten;
- Reinheit, Wassergehalt, Restlösungsmittel, Farbe und verwandte Substanzen gemäß Projektanforderung überwachen;
- vor einer Scale-up-Produktion thermische Sicherheit, Reaktionskalorimetrie und Prozessrisikobewertung abschließen.
Dieses Produkt ist ausschließlich für industrielle Produktion, Forschung und Entwicklung sowie chemische Synthese bestimmt und darf nicht direkt am Menschen eingesetzt oder als nicht zugelassenes Arzneimittel verwendet werden.
8. Shenglan Chemical — Produkt und Service
Die Shandong Shenglan Chemical Technology Co., Ltd. führt 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on als Schwerpunktprodukt und richtet sich an Innovationspharmaunternehmen, Intermediat-Hersteller, CRO/CDMO, Forschungseinrichtungen und Feinchemikalien-Kunden. In den verschiedenen F&E-Phasen kann Shenglan Chemical produktspezifisch auf Spezifikation, Verpackung, Chargendokumente, Lieferpläne und verwandte Spiroderivate eingehen.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Produktname | 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on |
| Englischer Name | 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-one |
| CAS-Nr. | 1339892-66-8 |
| Produktcode | SL1112012 |
| Summenformel | C₆H₈O₂ |
| Molmasse | 112,13 g/mol |
| Aussehen | Farblose bis blassgelbe Flüssigkeit |
| Reinheit | ≥ 97 % |
Fazit
Der Wert von 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on liegt nicht allein in der strukturellen Neuheit, sondern darin, dass es gleichzeitig mehrere Anforderungen der modernen medizinischen Chemistik erfüllt: dreidimensionales Gerüst, konformationelle Rigidität, gezielte Polaritätsmodulation und schnelle Derivatisierbarkeit. Die Patentrouten von TYK2, EBP, RIP1, HDAC6 bis KAT6 zeigen, dass dieses Produkt bereits ein wiederverwendbares Werkzeug zum Einbau sauerstoffhaltiger Spiromotive in der innovativen Arzneimittelforschung ist. Mit der weiteren Ausweitung der Erforschung von hohen Fsp³-Werten, nicht-planaren und sauerstoffhaltigen Kleinringgerüsten werden 2-Oxaspiro[3.3]heptan-6-on und seine Downstream-Derivate in Leitstrukturdesign, Bibliotheksaufbau und der Entwicklung innovativer Wirkstoffintermediate eine noch breitere Anwendung finden.